Nicolaus Cusanus - curriculum vitae

Cusanus-Bild Profilbild des
Nikolaus von Kues
vom Epitaph seines Grabes in seiner
Titularkirche "San Pietro in Vincoli" in Rom

Darunter Faksimile seiner Unterschrift (1458)
"Niclas Cardinal und Byschoff zu Brixe"

 

Alter Jahr Ereignis

0 1401 Geburt des Nikolaus Cryfftz (Krebs, lat. cancer) in Cues (Mosel),
ab 1440 Cusanus genannt.
Eltern: Johann Cryfftz, wohlhabender Schiffseigner, Winzer und Sendschöffe
und Catharina Römer, +1427
Geschwister: Johann, +1456 als Pfarrer in Bernkastel;
Margarethe, + vor 1450; Clara, in 2. Ehe verheiratet mit Paul Brystge,
Bürgermeister in Trier, +1473, bestattet im St.-Nikolaus–Hospital in Cues

1411 Kaiser Sigismund (starker Einfluss auf die Konzilien)

12-15 1413-1416? Erziehung und Schulausbildung vermutlich in Deventer a. d. Ijssel in der Gemeinschaft der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ (Laienbruderschaft)

1414-18 Konzil von Konstanz; Jan Hus verbrannt

16 1416 Studium der sieben freien Künsten an der Universität Heidelberg

1417 Papst Martin V. (Odo de Colonna), wenig reformfreudig

16-22 1417-1423 Studium des kanonischen Rechts in Padua
22 1423 Promotion zum 'Doctor decretorum' (Kirchenrecht)

1422 Erste Belagerung Konstantinopels

23 1424 Aufenthalt in Rom (Suche nach einer Sekretärsstelle)
24 1425 Wieder zurück in Kues
24 1425 Pfründe der Pfarrkirche St. Andreas von Altrich, Sekretär des Trierer Erzbischofs
Otto von Ziegenhain (1417-1430)
24 1425 Studium der Theologie und Philosophie in Köln, hält dort auch kirchenrechtliche Vorlesungen.

1425 Universität Löwen gegründet

25 1426 Pfründe des Kanonikat an St. Simeon in Trier
26 1427 Prokurator des Trierer Erzbischofs in Rom
26 1427 Pfründe des Kanonikat an St. Gangolf in Trier
26 1427 Pfründe der Dekanei von Liebfrauen in Oberwesel
26 1427? Nikolaus deckt die Fälschung der „Konstantinischen Schenkung“ auf.
Wiederentdeckung der „Naturalis Historia“ des jüngeren Plinius,
der „Germania“ des Tacitus, Fund von 12 Komödien des Plautus.
27 1428 Studienreise nach Paris
27 1428 Ruf an die Universität Löwen, von Nicolaus nicht angenommen
27 1428 Pfründe der Dekanei mit einem Kanonikat am Kollegiatsstift
St. Florin in Koblenz. Als Dekan wohnte er in einem Haus nahe
des Moselufers mit eigener Hauskapelle, Wohnsitz bis mindestens 1450.
28-30 1429-1431 Die ersten 11 überlieferten Predigten, gehalten in Koblenz
29 1430 Sekretär des Trierer Domherren Ulrich von Manderscheid, der bei der Wahl
zum neuen Erzbischof von Trier im Domkapitel unterlegen war, aber seinen
Anspruch nicht aufgegeben hatte.

1431 Jeanne d’Arc verbrannt
1431 Papst Eugen IV. (Gabriele Condulmaro)
1431-37 Reformkonzil zu Basel

31 1432 Persönlicher Berater und Advokat des Ulrich von Manderscheid auf dem Konzil von Basel zur
Vertretung seines Anspruchs auf den Trierer Bischofssitz (nicht erfolgreich)
32 1433 „De concordantia catholica“ (Von der umfassenden Eintracht)
32 1433 „De communione sub utraque specie“ (Über die Kommunion in beiderlei Gestalten)
34 1435 Erneuter Ruf der Universität Löwen, von Nicolaus wieder nicht angenommen
34 1435 Propst des sehr begüterten Augustinus-Chorherrenstifts St. Martinus und Severus
in Münstermaifeld in der Eifel
35 1436 „De correctio kalendarii“ (Von der Kalenderreform)
1436 Bestätigung des gesamten Pfründenbesitzes durch Papst Eugen IV.
36 1437 Nicolaus geht zur Konzilsminderheit über, verlässt am 17. Mai 1437 das Konzil
und schließt sich dem Papst Eugen IV. an.
36 1437 Gesandtschaftsreise nach Konstantinopel im Auftrag des Papstes Eugen IV.
37 1438 „visio intellectualis“ bei der Rückreise auf See; Beginn der Geistphilosophie

1438 Kaiser Albrecht II.

ca. 37 ca. 1438 Priesterweihe (Datum nicht urkundlich belegt)

1439 Rom und Byzanz vereint (nur einige Jahre!)

39 1440 Vollendung der „De docta ignorantia“ in Kues am 12. Februar 1440

1440 Kaiser Friedrich III. aus dem Hause Habsburg

39-47 1440-1448 Verfechter der „päpstlichen Partei“ auf deutschen Reichs- und Fürstentagen
40-41 1441-1442 „De coniecturis“ (Von den Mutmaßungen)

1443 Stefan Lochners Dreikönigs-Altar in Köln

43 1444-1445 „De Deo abscondito“ (Vom verborgenen Gott)
44 1445 „De quaerendo Deum“ (Von der Gottsuche)
44 1445 „De filiatione Dei“ (Von der Gotteskindschaft)
44 1445 Eintausch der Pfründe der Propstei Münstermaifeld gegen das Archidiakonat von Lüttich in Brabant
45 1446 „De dato patris luminum“ (Die Gabe vom Vater des Lichtes)
46 1447 Von Papst Eugen IV. „in pectore“ zum Kardinal erwählt
46 1447 „Dialogus de genesi“ (Dialog über die Schöpfung)

1447 Papst Nikolaus V. (Thomas Parentucelli), Humanist,
Begründer der vatikanischen Bibliotheken

47 1448 Konkordat zwischen den deutschen Fürsten und dem Papst
Im Wesentlichen das Verdienst des Cusanus
47 1448 Papst Nikolaus V. bestätigt die Kardinalsernennung („monstrum corvo rarius albo“)
48 1449 „Apologia doctae ignorantiae“ (Verteidigung der wissenden Unwissenheit)
49 1450 Einsetzung als Kardinal ’St. Petri ad vincula’,
Bischofsweihe und Ernennung zum Bischof von Brixen (Tirol)
49 1450 Die drei Laien-Schriften (Idiota de mente, ... de staticis experimentis, ... de sapientia)
49 1450 Die beiden mathematisch-geometrischen Schriften
„De arithmiticis complementis“ und „De circuli quadratura“
50-51 1451-1452 Große Visitationsreise (Januar 1451-Ende März 1452) im Auftrag des Papstes mit
umfassenden Vollmachten gegenüber allen kirchl. Amtsträgern – mit Ausnahme der
Bischöfe und Erzbischöfe.
Reiseroute: Spittal, Salzburg, Passau, Wien, Melk, Laufen, Tegernsee (Andechs),
München, Freising, Landshut, Regensburg, Eichstätt, Nürnberg, Bamberg, Würzburg,
Erfurt, Halle, Magdeburg, Halberstadt, Braunschweig, Hildesheim, Hannover, Minden,
Nordhorn, Deventer, Zwolle, Amsterdam, Egmond, Haarlem, Leiden, Utrecht, Arnheim,
Nimwegen, Roermond, Heinsberg, Maastricht, Aachen, Köln, Löwen, Brüssel, Lüttich,
Malmedy, Trier, Kues, Koblenz, Mainz, Frankfurt, Aschaffenburg, Heilbronn, Brixen

(Tausende Kilometer im Pferdesattel in 15 Monaten, Besuch von 50 Städten und 25 Klöstern, Provinzial-und Diözesansynoden)

Mai 1453 Eroberung Konstantinopels

51 1452 Nikolaus nimmt sein Bistum Brixen in Besitz
52 1453 Geistiges Schmerzerlebnis (mystische Entrückung?)
52 1453 „De pace fidei“ (Über den Frieden im Glauben)
52 1453 „De visione Dei“ (Vom Sehen Gottes)
52 1453-1454 „De mathematicis complementis“ (Über die mathematische Ergänzung)

1455 Papst Kalixtus III. (Alfonso Borgia); Gutenbergs Bibeldruck

56 Juni 1457 Flucht aus Brixen in die Festung Buchenstein am Falzarego-Pass
56 1457 „Dialogus de circuli quadratura“ (Dialog über die Quadratur des Kreises)
56 1457 „De caesarea circuli quadratura“ (Die kaiserliche Kreisquadratur)
57 1458 „De mathematica perfectione“ (Über die mathematische Strenge)
57 1458 „De beryllo“ (Über den Beryll)

1458 Ganz Griechenland osmanisch
April 1458 Papst Pius II. (Enea Silvio Piccolomini),
universal gebildeter Historiker und Humanist

57 Sep. 1458 Nikolaus verlässt das Bistum und zieht nach Rom, da Papst Pius II. ihm geraten hatte,
„seine Kraft nicht ihn Schnee und dunklen Tälern zu vergeuden“.
57 Jan. 1459 Ernennung zum Legaten und Generalvikar in „temporalibus“,
weltlicher Stellvertreter des Papstes im Kirchestaat
58 1459 „De aequilitate“ (Von der Gleichheit)
59 1460 Meinungsverschiedenheiten mit dem Papst über Umfang und Zeitmaß der Kirchenreformen:
„Der Papst hat die Verantwortung für die Kirche, nicht der Kardinal.“

1459 Plato-Akademie in Florenz gegründet

59 1460 „De possest“ (Vom Können-Sein)
61 1462 „De non-aliud“ (Vom Nichtanderen)

1462 Die Araber verlieren Gibraltar

62 1463 „De venatione sapientiae“ (Von der Jagd nach der Weisheit)
63 1464 „De apice theoriae“ (Vom Gipfel der Betrachtung)
63 16. 7. 1464 Cusanus erkrankt auf dem Weg nach Venedig zur Vorbereitung eines Kreuzzuges gegen die Osmanen.
63 11. 8. 1464 Cusanus stirbt in der umbrischen Bergstadt Todi in der Nähe von Spoleto (nördl. von Rom).
Drei Tage später stirbt in Ancona auch Papst Pius II.